Holtumer Mühle Islandpferde und mehr
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Von Dreien,

die auszogen,

 


 

ein bisschen Freiheit zu schnuppern

 Von Duisburg nach Bebelsheim in 21 Tagen

Wer denkt nicht manchmal darüber nach, einmal etwas anderes, etwas besonderes zu tun. Nun, es gibt vieles, was man machen könnte, aber meist scheitert es entweder an den Finanzen oder an der Zeit oder sonst etwas. Aber wenn man ganz ehrlich ist, liegt es meist daran, dass man sich einfach nicht aufrafft.
Ich muss gestehen, so ging es mir auch. Irgendwann, mag es 3 oder 4 Jahre her sein, also irgendwann, war sie da, die Idee. Die Idee, einfach mal so von Duisburg ins Saarland zu reiten. Von Duisburg aus, weil ich dort lebe, ins Saarland deshalb, weil dort, genau gesagt auf dem Grenzlandhof in Bebelsheim, Freunde wohnen. Und außerdem ist die Strecke dahin sicher schön. Eifel, Hunsrück, alles drin. Und so war es eine gute Idee, wie man sie oft hat und dann doch nicht umsetzt.
Im November 2000 besuchte ich ein Seminar. Die Seminarleiterin fragte nach Zielen, die wir hätten. Also erklärte ich voller Stolz, ich wolle ins Saarland reiten. Und sie: „Das ist kein Ziel." Ich war platt. Natürlich war es eins und was für eins. Aber dann lernte ich, dass es mit dem Ritt wohl nie etwas würde, wenn ich mich nicht auf einen Zeitpunkt festlegte. Ich verstand. Also legte ich den Zeitpunkt fest: Bevor ich 50 werde. Nun, das war ein Ziel und daraus wurde 2002 und dann stand auch schon der Abritttermin fest: der 21. Mai. So war alles schön geplant. Aber welches Pferd mitnehmen? Ganz einfach, das eigene. Nun, davon gibt es mehrere, aber manches Mal ist das nicht so ganz unproblematisch. Sigrun - geht nicht, schwanger. Harpa - mit ihren 24 Lenzen doch etwas zu alt, außerdem plagt die Arthrose. Wäre also übertrieben. Bleikstjarna - mit 6 Jahren zu jung. Also muss man tricksen. „Ulla, dein Bjarni läuft doch so gerne." „Allein?" „Nein, ich frage Nina, ob ich Neisti auch mitnehmen kann." Ulla ist, so würde Kishorn sagen, die beste Ehefrau von allen und Nina, die nicht mehr so kleine, aber um so selbstbewußtere Tochter. Die Pferde, allesamt Isländer. Ulla und Nina stimmten zu.

Nun hatte ich mit den „Jungs" das ideale Gespann. Neisti vom Grenzland, mit seinen 12 Jahren gut trainiert, ein ausgezeichnetes Handpferd. Treu und zuverlässig und vor allen Dingen kerngesund. Bjarni vom Grenzland, 9 Jahre jung, groß und kräftig, ausgeglichen, doch sehr laufwillig und motiviert. Nicht so pfiffig wie Neisti, dafür mehr der Traktor. Einmal in Gang - ab bis zum Horizont. Aber, das sollte sich noch bestätigen, als Handpferd eher eine Qual.
Beritten war ich nun perfekt. Also musste ich mir nur noch Gedanken machen, wie das Ganze denn nun vonstatten gehen sollte. Wer sollte mitreiten? Wo übernachten? Wie verpflegen? Wo lang? Wie lange? So schien etwas aufzukommen, was ich doch unter allen Umständen nicht wollte. Planungsdruck. Nun begann ich fast systematisch darauf hinzuarbeiten, allen, die sich mir anschließen wollten, zu erklären, dass ich lieber allein reiten wollte. Und je öfter ich das tat, um so deutlicher wurde mir bewusst, dass ich genau das schon immer wollte - allein losreiten.
Und dann war der Rest kein Problem. Ich würde abends schon wissen, wo ich schlafen könnte und der Weg würde sich auch ergeben, wenn ich ihn beschreite. Das hört sich filosofisch an, war aber so. Also erst einmal die Eventualitäten überdenken. Was wäre wenn. Also stand fest: Ich brauche ein Zelt und einen Wanderreitpaddock. Zweiteres hatte ich und das Zelt war schnell besorgt. Kocher und Kochgeschirr, Matratze und Schlafsack, 100 Kleinigkeiten. Etwas Wäsche zum Wechseln.
Nächste Frage: Wo das Ganze verstauen? Am Grenzlandhof nachgefragt, die Beckers haben geholfen. Per Post kam der Packsattel inklusive von Ullu Becker erstellter Gebrauchsanleitung. Ausprobiert - klappt.

Noch eine Frage: Wo soll es denn nun lang gehen? Zugegeben, die grobe Richtung sollte man nun doch festlegen. Also beschloss ich, bei Krefeld den Rhein zu überqueren und mich dann südwestlich bis Düren zu halten und von dort die Eifel zu durchqueren. Dann irgendwo bei Trier über die Mosel und über Hunsrück und Hochwald ins Saarland. Das war grob genug.
Im Februar 2002, und das war wahrhaftig nicht zu früh, bestellte ich über eine Buchhandlung die entsprechenden topografischen Karten 1:50.000. Das hat eine Zeit gedauert, bis alle da waren, aber dann war der Stapel doch recht ansehnlich. Aus dem Internet druckte ich dann noch Adressen von Wanderreiterstationen „Eifel zu Pferd" aus, die an der Strecke lagen und hatte so für alle Fälle auch noch Anlaufpunkte.
Und was ist mit dem Hufbeschlag? Ich muss sagen, mit Christof Lenerz haben wir einen kompetenten Schmied. Und da wir auch freundschaftlich miteinander verbandelt sind, habe ich mich voll und ganz auf ihn verlassen. Es ist ein gutes Gefühl zu wissen, Anruf genügt. Außerdem hat Christof den beiden einen Beschlag verpasst, der ausgereicht hätte, durch die Mongolei und zurück zu reiten.
Und mitten in den Vorbereitungen kam es wie so oft knüppeldick. Bjarni verletzte sich am Auge. Nicht sehr schlimm, ein Ratscher am Augenlid. Aber der hat sich entzündet und zwar so heftig, dass das Auge komplett zugeschwollen und total vereitert war. Nichts half. Unser Tierarzt, Dr. Schwarz, gab sich alle Mühe, aber es trat keine Besserung ein.
Was sollte ich tun? Nun, wenn das Wasser bis zum Hals steht, soll man den Kopf nicht hängen lassen. Das war schon immer meine Devise. Also plante ich weiter drauf los. Und wenn mich Zweifel plagten, sagte ich mir: Am 21.05., dann wirst du schon sehen, ob du reiten kannst oder nicht. Und das Auge wurde besser. Langsam zwar, aber stetig. Erst floss der Eiter ab, dann ging die Schwellung zurück. Manchmal zahlt sich Sturheit aus. Zwar war es nicht möglich, am 21.05. zu starten, aber am 22., mit einem Tag Verzögerung konnte es dann losgehen. Und wie es los ging, das habe ich im folgenden beschrieben.

Ach, und noch etwas vorweg. Häufig wurde ich gefragt, wie ich die Pferde denn trainiert hätte und wie die beiden alles überstanden hätten. Also, trainiert habe ich nicht besonders. Vielmehr habe ich den Reitpausenrhythmus auf die beiden abgestellt. Ich habe auf die Jungs gehört. Und die haben es mir gedankt, 21 Tage lang, 500 km. Kräftig sind sie geworden und munter geblieben. Und es ist schön, wenn das Handpferd kommt und fordert unterwegs Streicheleinheiten ein. Und es ist schön, wenn du nach den Tieren schaust, abends, bevor du schlafen gehst und die schauen vom Futter auf ......... und. kommen zu dir.

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